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11.4 Architektur

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11.4.1    Architektonische Qualitäten von Wohnprojekten

Wohnprojekte-Architektur?
Die Suche nach einer anderen Wohn- und Lebensqualität ist ein wesentliches Motiv für die Entstehung gemeinschaftlicher Wohnprojekte. (s. Kap 1) Menschen, die sich hier zusammenfinden, suchen bewusst nach Alternativen zu vorherrschenden konventionellen Wertevorstellungen. Dabei reicht die große Bandbreite gemeinschaftlicher Wohnprojekte von einer verbindlichen Nachbarschaft in einem Mietwohnprojekt der kommunalen Wohnungsgesellschaft bis zur selbstverwalteten Kommune mit eigener Ökonomie.
Aufgrund der unendlichen Vielfalt in Bezug auf ihre Bauform, Größe, Eigentümer- und Trägerstruktur und natürlich entsprechend der gewählten Organisation des Miteinanderlebens ist jedes einzelne Beispiel in seiner architektonischen Gestaltung einmalig.
Eine  typische Architektur gemeinschaftlicher Wohnprojekte kann es demnach nicht geben. Allerdings haben gemeinschaftliche Wohnprojekte große Potenziale den Anforderungen zeitgemäßer Baukultur gerecht zu werden und somit besondere Architekturqualitäten hervorzubringen. Beispielsweise gibt es zahlreiche Wohnprojekte, die viel Wert auf ökologisches oder kostensparendes Bauen legen. (s. Kap 11.1 Potenziale, Ökologisches Bauen, Kostensparendes Bauen)
 
Unterschiede zur Architektur konventioneller Wohnformen

  • Einmaligkeit
Das Besondere an Wohnprojekten liegt in ihrer Einmaligkeit. Die einmalige Konstellation von Standort, Größe, Eigentumsform aber auch der Ideen, Wertvorstellungen und besonderen Bedürfnissen einer Gruppe von individuellen Menschen findet in der baulichen Gestaltung des Gebäudes, des Ensembles oder der ganzen Siedlung seinen Ausdruck.
Das architektonische Konzept ist maßgeschneidert, d.h. Grundrisse, Funktionen, Bauweise/Baustoffe, technische Infrastruktur, Ausstattungsstandards u.a. werden miteinander geplant und aufeinander abgestimmt. Die von der Gruppe gemeinsam gewählte „Architektursprache" ist damit Ausdruck der Identität des Wohnprojekts.

  • Gestalterische Vielfalt
Durch ein Mindestmaß an Mitbestimmung in jedem Wohnprojekt entsteht architektonische Vielfalt, die sich manchmal weit sichtbar nach außen darstellt. In anderen Beispielen wird sie nur im Gebäudeinneren sichtbar, beispielsweise in Form von integrierten Gemeinschaftsräumen oder individueller Dekoration im Treppenhaus.

  • Qualität
Die neue, andere Wohn- und Lebensqualität, die Menschen in ihrem individuellen Wohnprojekt entwickeln und leben, liegt in der Vereinbarung der persönlichen Wohnwünsche des Einzelnen mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft. Neben räumlichen und gestalterischen Aspekten spielen dabei soziale Gesichtspunkte und die Organisation des gewünschten Wohnalltags eine besondere Rolle. Die architektonische Lösung schafft dafür den möglichst idealen baulich-gestalterischen Rahmen.
Bild: Der gemeinsame Innenhof mit Anger, Spiel- und Grillplatz bringt die Generationen im Wohnprojekt WohnreWIR in Dortmund zusammen. Fotos: C. Suhan, Archiv Post  Welters; Architektur: Post und Welters

Bild: Nordansicht des Hermine-Kölschtzky-Hauses - Wohnen für alle Generationen in Oldenburg; Architektur und Foto: Hermann Möhlenkamp

Bild: Die selbst-organisierte unabhängige Siedlungsinitiative (S.U.S.I.) in Freiburg-Vauban nutzte vier ehemalige Mannschafts-gebäude der ehemaligen Vaubankaserne um und hat in Selbsthilfe bedarfs-gerechten Wohnraum für ca. 260 geringer verdienende Menschen geschaffen; Foto: StadtStrategen

Bild: Ein Mehrfamilienhaus innerhalb des sozial-ökologischen Dorfprojekts Allmende Wulfsdorf; Fotos: unbekannt; Architekten und Projektsteuerer siehe: www.allmende-wulfsdorf.de/projekt.htm

  
 
Bild: Im Schnepfenweg in München verwirklichte eine Gruppe von 9 privaten Bauherren das  Projekt „Ökologisches Mehrgenerationenwohnen". Der Gruppe selbst ist das soziale Konzept, d.h. das Miteinander von Jung und Alt, von Paaren, Alleinstehenden und Familien mit Kindern steht im Mittelpunkt. So wurde nicht nur auf ein kinderfreundliches Umfeld und barrierefreies Bauen geachtet, sondern auch durch einen - als Spielstrasse ausgewiesenen - erweiterten Eigentümerweg ein kommunikativer Zugangsbereich für alle Häuser geschaffen. Architektur und Foto: Hanno Kapfenberger
 
 

 
  
Bilder: In dem 2003 fertig gestellten Projekt „WohnSinn (1) e.G. wurden 39 Wohneinheiten mit Größen zwischen 50 - 130 m2 errichtet. Zwei Drittel der Wohnungen sind frei finanziert, ein Drittel sind Sozialwohnungen. Der Multifunktionsraum mit Küche und rollstuhlgerechtem WC öffnet sich durch die transparente Fassade zum Quartier.
Foto: StadtStrategen
Bild: Das Foyer des Wohnprojekts „Anders wohnen in Hameln" dient als Treffpunkt und Kommunikationsort für die Bewohner und Bewohnerinnen.
Foto: Eckhardt Wansleben

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