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11.3 Freiraum

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Stadtstrategen

11.3.1    Wohnumfeld und Wohnumfeldgestaltung

„Menschen brauchen mindestens soviel Gemeinschaft wie Privatheit"
Diese Aussage von Kathryn McCamant sollte bei Gemeinschaftswohnprojekten sowohl bei der Wohnungsplanung als auch bei der Freiraum- und Wohnumfeldgestaltung besondere Berücksichtigung finden. 
Das Wohnumfeld beginnt vor der Wohnungstür, d.h. dort wo die private Sphäre sich von der öffentlichen Sphäre trennt, wo privates Verhalten in Verhalten im öffentlichen Raum umschlägt - unbeschadet der rechtlichen Trennung zwischen Privateigentum, Gemeinschaftseigentum oder kommunalem Eigentum.
Das Wohnumfeld ist strukturiert in unterschiedliche Bereiche mit unterschiedlichen Ausstattungselemente und Verhaltensweisen. Immer aber ist es der Bereich, in dem mehr oder weniger intensiv oder häufig und aktiver oder passiver soziale Kontakte möglich sind. Bei Gruppenwohnprojekten ist das „mehr", „häufiger" und „aktiver" in der Regel stärker ausgeprägt als in herkömmlichen Wohnformen oder -quartieren.
Insgesamt sollte durch die Gestaltung des Wohnumfeldes bzw. des Freiraumes allen Bewohnern Gelegenheit und Raum zur Entfaltung geboten werden. Je offener die Umgebung für individuelle und gemeinschaftliche Nutzungen ist, umso eher kann die Erhaltung und die Gestaltung der eigenen Wohnumwelt zum persönlichen Anliegen werden. Dies gilt sowohl für Wohnprojekte im privaten oder gemeinschaftlichen Eigentum als auch für Mietwohnprojekte.
Das Freiraum-, Erschließungs- und Wohnumfeldkonzept jedes Wohnprojektes sollte daher individueller Ausdruck des kommunikativen Anspruchs der jeweiligen Wohnprojektidee sein, d.h. durch seine Gestaltung das gewünschte Maß an gesicherter Privatsphäre, Gemeinschaft und nachbarschaftlichen Beziehungen ermöglichen.
„Das Wohnumfeld ist ganzheitlich zu sehen als Lebensraum von Menschen und sozialen Gruppierungen, zu denen auch die Älteren gehören. Es ist zum einen räumliches Wohnumfeld, das durch markante städtebauliche Grenzen und/oder durch spezifische Nutzungsweisen der Bewohner selbst definiert wird. Zum anderen ist es soziales Wohnumfeld, in dem besonders soziale Netze aufgebaut, soziale Dienste angeboten/nachgefragt werden, in dem nachbarschaftliches Verhalten der Bewohner stattfindet.
Die Lebensqualität im Wohnumfeld bestimmt sich nicht nur nach Art, Umfang und „Nützlichkeit" von gebauten/geplanten Elementen, von Sozial- und Dienstleistungseinrichtungen, sondern auch von informellen und institutionalisierten Organisationsstrukturen."
(Hartmut Großhans: „Wohnumfeldgestaltung und Quartiersgestaltung für das Wohnen im Alter im Generationenverbund" S. 22, Frauenhofer IRB Verlag, Stuttgart 2001)
In diesem Sinne sollten gemeinschaftliche Wohnprojekte ansetzen und ihre Potenziale nutzen, um eine hohe Wohnumfeld- und Freiraumqualität zu verwirklichen.

11.3.3    Differenzierung von Freiräumen

Wohnprojekte mit hoher Lebens- und Wohnumfeldqualität zeichnen sich durch eine differenzierte Freiraumgestaltung mit aufeinander abgestimmten öffentlichen, halböffentlichen, gemeinschaftlichen, halbprivaten und privaten Bereiche aus, die die Bedürfnisse aller Bewohnergruppen berücksichtigen.
Öffentlicher Freiraum
Mit öffentlichem Freiraum ist der Raum gemeint, der sich nicht in privatem Eigentum  befindet. Gemeinhin sind Straßen, Plätze, Spiel- und Sportflächen, Grünzüge mit ihren  Wegeverbindungen öffentliche Außenräume.
Ist die Ausstrahlung eines Wohnprojekts in die Nachbarschaft und das umgebende Quartier ausdrücklich gewollt, wird empfohlen, die Freiraumplanung des Projektes mit der umgebunden Wohnumfeld- und Quartiersgestaltung abzustimmen und im Idealfall in diese einzubinden. (Haus Mobile in Köln, Neues Wohnen Hattersheim, SUSI in Freiburg-Vauban).
 
  
 
Bild: Übergänge des Hermine-Kölschtzky-Haus - Wohnen für alle Generationen in die Nachbarschaft, Oldenburg; Architekturbüro; Skizze und Foto: Hermann Möhlenkamp
 
  
 
Bild: Einbindung der Projekts „Servicewohnen für Senioren“ - Sonnensiedlung in Markkleeberg in die öffentliche Freiraumgestaltung (Anmerkung: es wohnen auch Familien im Projekt), Architekturbüro: Domke, Leipzig;           Fotos: StadtStrategen, Weimar
 

 
Bild: Laubengänge als halböffentliche Bereiche öffnen das Wohnprojekt „WohnSinn e.G“ zur Nachbarschaft; Foto: StadtStrategen

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