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5. Projektstart und Übersicht über die Entwicklung

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Rainer Kroll, Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V.

Dieses Kapitel richtet sich an interessierte Bürger und Bürgerinnen, die entweder selbst ein gemeinschaftliches Wohnprojekt initiieren, sich einer aktiven Gruppe anschließen oder die in ein bereits bestehendes Wohnprojekt einziehen wollen.
Kommunen und Unternehmen der Wohnungswirtschaft bitten wir, die Hinweise am Ende dieses Kapitels beachten.
Wie Sie im Kapitel 4 „Gemeinschaftliche Wohnformen" nachlesen können, gibt es eine Fülle unterschiedlichster Arten gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Sie unterscheiden sich vor allem in den Zielen des Zusammenlebens und Wohnens, ihrer sozialen Organisation und hinsichtlich ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Form. Diese unterschiedlichen Konzeptionen und die unterschiedlichen Menschen in den Projekten bedingen schließlich auch sehr unterschiedliche Möglichkeiten des Wohnen und Lebens in den realisierten Projekten.
 
Für einen guten Start in Ihr Projekt wollen wir Ihnen mit diesem Kapitel zunächst eine erste Orientierung vermitteln: Wie finden Sie selbst in ein Wohnprojekt hinein, welches sind die wichtigsten Handlungsfelder, mit denen Sie und die Gruppe sich befassen müssen, wie können sie vorgehen? Mit den verschiedenen Checklisten und Tipps wollen wir Ihnen praxisorientierte Hilfen an die Hand geben und eine Orientierung zu den weiterführenden Inhalten des Wissenspools ermöglichen.
 
Die Wege zu einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt sind sehr individuell, es gibt nicht den Lösungsweg. In diesem Kapitel ist eine Auswahl wichtiger Grundsätze aus der Regelentwicklung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten aufgeführt. Nicht jedes Projekt benötigt sämtliche der hier aufgeführten Inhalte und Schritte, und schon gar nicht immer in der hier aufgeführten Reihenfolge und Form. Die Abläufe müssen letztlich individuell zugeschnitten werden auf das jeweilige Projekt, dessen besondere Umstände und die besonderen Interessen und Möglichkeiten der jeweiligen Projektbeteiligten. Es kann auch sinnvoll sein, erst einmal Erfahrungen mit einer zunächst favorisierten Idee zusammeln und dann noch einmal einige Schritte zurückzugehen.

  • Organisieren Sie beispielsweise ein Projekt, in dem sie in ihrer eigenen Wohnung bleiben und eine soziales Netzwerkorganisation beispielsweise in ihrem Wohnquartier gründen wollen, dann benötigen sie von der Auswahl an Methoden und Instrumenten, die wir insgesamt darstellen, sicher nur einen geringen Ausschnitt.
  • Gründen Sie beispielsweise ein neues Projekt mithilfe eines Investors, also beispielsweise eines örtlichen Wohnungsunternehmers, dann wird er Ihnen viele der hier aufgeführten Aufgaben und Verantwortungen abnehmen.
  • Organisieren Sie dagegen ein selbst organisiertes Wohnprojekt im Eigentum der Projektgemeinschaft, dann werden Sie mit jedem der hier angesprochenen Themen intensiv zu tun haben und möglicherweise weitergehende Beratung in Anspruch nehmen.
  • Wollen Sie dagegen als Großinitiative oder als Kommune in einem ganzen Stadtviertel neue Wohnformen im Alter initiieren und integrieren, brauchen Sie sicher weitergehende Instrumente, Methoden und Organisationsstrukturen.

Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen, auf jede Wohnform und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Projektentwicklung einzugehen. Der Wissenspool ist am ehesten mit einer Art „Werkzeugkoffer" vergleichbar, auf den sie je nach ihren individuellen Fragen und Problemen und unterschiedlichen Aufgabenstellungen zugreifen können. Bitte beachten Sie, dass es sich um eine Grundausstattung aus den unterschiedlichsten Fachbereichen handelt. Weitere erforderliche Kompetenzen in ihrer Projektgruppe oder eine individuelle Beratung und Betreuung ihres Projektes durch erfahrene Fachleute kann er nicht ersetzen.
Ein qualifizierter Projektstart spart enormen Aufwand und Enttäuschungen, klärt die Voraussetzungen und hilft, dass sich immer mehr Menschen an solchen Projekten beteiligen und immer mehr Projekte entstehen und angeboten werden können. Wollen Sie in ein bestehendes Projekt einsteigen, ist der Überblick hilfreich: Sie können gezielter nachfragen und haben gute Chancen, sich ein ausreichendes Bild des Projektes zu machen.
 

5.1. Notwendige Voraussetzungen

 

5.1.1. Sich gründlich informieren - um entscheiden zu können

Wenn Sie Interesse an der Beteiligung oder Mitwirkung in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt haben, finden Sie in immer mehr Regionen und Städten ein zunehmend differenziertes Angebot gemeinschaftlicher Wohnprojekte oder Projektinitiativen. Das stellt Sie vor die Aufgabe, sich zu entscheiden: „Welches ist die für mich geeignete Wohnform, was sollte das Wohnprojekt leisten? Ziehe ich in ein fertiges Projekt oder schließe ich mich einer bestehenden Projektinitiative an? Oder gründe ich ein eigenes Projekt und suche mir Mitstreiter und Mitstreiterinnen? Welchen Kriterien können mir bei meiner Entscheidung behilflich sein?" In diesem Stadium brauchen Sie vor allem Informationen, Kontakte und Austausch, um gute Entscheidungen treffen zu können.

 
Praxistipp
 
Information und Entscheidungshilfe zu Wohnformen im Alter
Informieren Sie sich zunächst über die verschiedenen Arten von Wohnformen im Alter im Kapitel 3 „Wohnformen im Alter". Die Checklisten im Kapitel geben Ihnen eine Orientierung und Hilfe bei der eigenen Entscheidungsfindung und bei der Beurteilung der Qualität traditioneller Einrichtungen

Information und Entscheidungshilfe zu gemeinschaftlichen Wohnformen
Wenn für Sie eine gemeinschaftliche Wohnform in Frage kommt, erfahren Sie in Kapitel 4 „Gemeinschaftliche Wohnformen" mehr über die einzelnen Arten dieser neuen Wohnformen. Die Checkliste am Ende des Kapitels gibt Ihnen Gesichtspunkte für ihre eigene Entscheidungsfindung.
Nehmen sie sich die Zeit, informieren Sie sich gründlich:
  • durch Recherchen im Internet, -ausführliche Angaben zu Organisationen, Adressen und links finden Sie im Servicebereich, Kap. 21 Organisationen
  • durch downloads oder Beschaffung von Infomaterial, ausführliche Angaben zu interessanten Veröffentlichungen und links finden Sie im Servicebereich, Kap. 22 Veröffentlichungen
  • durch Info- und Beratungsveranstaltungen. Mehr erfahren sie beispielsweise aus dem newsletter des Forum gemeinschaftliches Wohnen (FGW), den sie mit einer e-mail unter Angabe ihrer vollständigen Postadresse an fgwa-online@freenet.de bestellen können oder im Veranstaltungskalender des wohnprojekte-portals unter http://www.wohnprojekte-portal.de/veranstaltungen.html
  • und vor allem durch persönliche Teilnahme an Exkursionen, Projektbesichtigungen usw.. Um zu erfahren, wann und wo diese stattfinden, wenden Sie sich beispielsweise an die regionalen Kontaktstellen des FGW oder entsprechender Beratungsstellen der Länder und Kommunen und anderer Organisationen - eine ausführliche Übersicht finden sie im Servicebereich, Kap. 21 „Organisationen" oder unter Kontaktstellen
 
Kontakt zu Projekten in ihrer Wunsch-Region
Bitte berücksichtigen Sie, dass sämtliche Erkundungen letztlich Theorie bleiben. Die entscheidenden Erfahrungen machen Sie, wenn Sie sich auf die persönliche Teilnahme in einem Projekt einlassen. Denn es kommt auf die konkreten Menschen in dem konkreten Projekt an: Welche Ziele haben sich die Beteiligten vorgenommen, wie werden sie umgesetzt, wie ist das Klima zwischen den Projektteilnehmern und -teilnehmerinnen. Die meisten Projekte bieten verschiedene Möglichkeiten des Kennen Lernens an, so das sie ausreichend Gelegenheit haben, sich mit den jeweiligen Bedingungen und Mitwirkenden vertraut zu machen.
Suchen Sie Kontakte zu Projekten und Initiativen in ihrer Region, nutzen sie den Adressteil in unserem Servicebereich. Sie finden dort beispielsweise Adressen von Beratungs- und Kontaktstellen (z.B. des FGW) und Seniorenbüros, die Ihnen weiter helfen können. Auch die bereits erwähnte Projektbörse unter www.fgw-ev.de und die Projektübersicht unter www.wohnprojekte-portal.de kann Ihnen behilflich sein.
 
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