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1.3 Zukünftig Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung

Die Bevölkerung in Deutschland wird in den nächsten 30 Jahren nicht nur altern (vgl. Abbildung 1 und Abbildung 2), sondern auch langfristig schrumpfen (vgl. Abbildung 3). Ursachen sind zum einen die in den 1950er und 1960er geborenen Babyboomer, die mit einer Jahrgangsstärke von bis zu 1,3 Mio. etwa 40 % stärker besetzt sind als ihre „Nachbargenerationen". Die Babyboomer haben zunächst dafür gesorgt, dass ein hohes Elternpotential zur Verfügung steht. Aufgrund des seit 30 Jahren andauernd niedrigen Geburtenniveaus gibt es jedoch weniger Kinder und absehbar weniger potentielle Mütter.

Abbildung 1:      Entwicklung des Altenquotienten bis 2050

* = Der Altenquotient gibt das statistische Verhältnis der Menschen, die nicht mehr im erwerbsfähigen Alter (ab 65 Jahre) sind, zu denen im erwerbsfähigem Alter (zwischen 20 und 64 Jahren) an.
** = Altenquotient nach der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, konstante Geburtenhäufigkeit, Basisannahme zur Lebenserwartung, W1= Wanderungssaldo 100.000 p.a., W2=Wanderungssaldo 200.000 p.a.
Quelle: Statistisches Bundesamt, 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, teilweise interpoliert.            
empirica

 
Abbildung 2:      Zunahme der Älteren (65- Jährige und Ältere) bis 2030

Quelle: Statistisches Bundesamt, 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung                     empirica

Abbildung 3:      Schrumpfung der Bevölkerung

* = Bevölkerung nach der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, konstante Geburtenhäufigkeit, Basisannahme zur Lebenserwartung, W1= Wanderungssaldo 100.000 p.a., W2=Wanderungssaldo 200.000 p.a.
Quelle: Statistisches Bundesamt, 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung                     empirica
 
Trotz absehbarer Schrumpfung der Einwohnerzahl - sofort bzw. ab 2025, je nach Eintreffen der 100.000 bzw. der 200.000 Variante der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung - gibt es in den nächsten 15 bis 20 Jahren in Deutschland noch einen Zuwachs an Haushalten (vgl. Abbildung 4). Dieser wird sich im Wesentlichen bei den älteren Haushalten abspielen (vgl. Abbildung 5). Aufgrund der geringen Geburtenrate steigt die Quote alleinstehender älterer Menschen ohne Kinder. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung und damit die Hochaltrigkeit weitersteigen. Das Risiko pflegebedürftig zu werden, steigt mit zunehmendem Alter überproportional an.
Nach 2000 kam es im Vergleich zu den Jahren zuvor zu einer überproportionalen Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen und, noch stärker, zu einem Zuwachs von Pflegebedürftigen, die nicht innerhalb von Familien versorgt werden. Der Grund ist die seit 2000 kumulativ steigende Zahl der „alten" Alten (über 80-Jährige). Während zwischen 1995 und 2000 diese Gruppe um rund 400.000 Personen kleiner wurde, ist sie zwischen 2000 und 2005 um eine halbe Million gewachsen. Dementsprechend weist die amtliche Pflegestatistik ein Steigen der Zahl der Pflegebedürftigen aus (zwischen 1999 und 2002 plus 24.000), wobei parallel die „professionelle" Betreuung zunimmt. Hieraus resultiert eine steigende Zahl von Menschen, die in Heimen (plus 31.000) oder  ambulant betreut werden müssen bzw. die professionelle Dienstleistungen beanspruchen - und dies bei parallelem Rückgang der Zahl der reinen Pflegegeldempfänger (minus 27.000).

Abbildung 4:      Zunahme der Zahl der Haushalte 1996 bis 2003 sowie Prognose bis 2020

Anmerkung: Eigene Berechnung auf Basis der Bevölkerungsvorausberechnung der Länder, bzw. 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes.
Quelle: empirica-Berechnungen                                                                                                                  empirica
 
Abbildung 5:      Zunahme der Zahl der älteren Haushalte 1996 bis 2003 sowie Prognose bis 2020

Anmerkung: Eigene Berechnung auf Basis der Bevölkerungsvorausberechnung der Länder, bzw. 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes.
Quelle: empirica-Berechnungen                                                                                                                  empirica
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