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1.4 Fazit: Umstrukturierungen auf der Angebotsseite im Interesse der Älteren und der öffentlichen Hand
Seit 1999 gibt es bei der Pflegekasse mehr Ausgaben als Einnahmen (vgl. Abbildung 7). Die von der Pflegekasse für die verschiedenen Pflegestufen gezahlten Leistungen haben sich in den letzten Jahren zwar nicht verändert, jedoch sind die Heimkosten deutlich gestiegen. Während 1996 der Eigenanteil, je nach Pflegestufe, zwischen 17 und 31% lag, liegt er aktuell zwischen 52 und 54%. Damit „rutschen" mehr und mehr Pflegebedürftige in die Sozialhilfe ab.
Abbildung 7: Steigendes Defizit der Pflegeversicherung

Quelle: Barmer Ersatzkasse 2006
empirica Als Folge dieser Veränderungen kann es zu massiven qualitativen Verschlechterungen in der Pflege kommen. Die daraus resultierende, nahezu unvermeidbare gesellschaftliche Krise wird allerdings Gegenreaktionen auslösen, weil sich sehr große Gruppen persönlich betroffen fühlen. Aufgrund unterschiedlichster Reaktionen werden voraussichtlich Maßnahmen zur Krisenbewältigung ergriffen, die wie folgt aussehen könnten:
- Differenzierung der Angebotsformen, damit Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen jeweils die maßgeschneiderte Lösung finden (möglichst lange Selbstständigkeit, Pflege und Unterstützung nur dort, wo unbedingt nötig).
- Vor dem Hintergrund der Knappheit und der drohenden Qualitätsverschlechterung wachsende Bereitschaft zu Verhaltensinnovationen und eine allmählich eintretende „Pflegerevolution".
- Die veränderten Rahmenbedingungen erzwingen im Interesse der Älteren und der öffentlichen Hand, dass innovative Wohnformen für Ältere, die Selbstorganisation und gegenseitige Hilfe integrieren, entwickelt werden.
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