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Die Rolle des bürgerschaftlichen Engagements in einer alternden Gesellschaft

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2.4. Neues Wohnen im Alter - Ein Thema mit Zukunft - auch für Seniorenbüros

„Wie möchte ich im Alter leben?" ist eine Frage, mit der sich immer mehr Menschen beschäftigen. Heute denken Menschen dabei auch schon sehr viel früher über ihre Wohnwünsche nach und sie sind neuen Konzepten gegenüber sehr aufgeschlossen.
Auch die kommunalen Entscheidungsträger haben registriert, dass sich der weitaus größere Teil der älteren Bevölkerung allein durch Altenhilfeangebote für Hochbetagte nicht ansprechen lässt. Ältere Menschen fühlen sich dort zuhause, wo ihre Wohnwünsche und -bedürfnisse ernst genommen werden.
In Seniorenbüros und anderen Anlaufstellen für Ältere häufen sich die Anfragen zum Thema „Neues Wohnen im Alter". Hier wird das Thema nicht allein als Aufgabe der Altenhilfe betrachtet, sondern mit dem Bürgerengagement Älterer verbunden.
Damit ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Projekten ihre speziellen Aufgaben wahrnehmen können, müssen sie geschult und begleitet werden. Hier bieten sich verschiedene Qualifizierungsprogramme von Bund, Ländern und Gemeinden an. Seniorenbüros werden damit einerseits als Multiplikator tätig. Andererseits gehört die Fortbildung und Qualifizierung Älterer seit vielen Jahren zu den Kernaufgaben von Seniorenbüros. Für das Thema „Wohnen und Bürgerengagement" sind Qualifizierungen im Bereich der Wohnraumberatung, der Sicherheitsberatung, dem Aufbau von Wohnprojekten, der Demenzbetreuung sowie der Seniorenbegleitung wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Arbeit vor Ort.
Der Aufbau von „nicht-familiären Netzwerken" trägt beispielsweise dazu bei, älteren Menschen einen längeren Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Zu erwähnen sind hier besonders die Seniorengenossenschaften und Tauschbörsen, die sich zu einem tragfähigen Modell für Nachbarschaftshilfe entwickelt haben.
In einigen Gemeinden und Städten haben Seniorenbüros pflegeergänzende Maßnahmen für Angehörige aufgebaut. Besonders erwähnenswert sind die sogenannten „Betreuungsgruppen für demenzkranke Menschen", die pflegenden Angehörigen ein Entlastungsangebot am Wohnort geben.
Diejenigen Menschen, die in punkto „Neues Wohnen im Alter" auch auf Seniorenbüros zugehen, suchen oft nach Alternativen jenseits vom klassischen Altenheim. Es sind Menschen im Alter von 55 bis 70 Jahren, die klare Vorstellungen davon haben, wie sie im Alter nicht leben möchten, und die oft Visionen formulieren, die ihre Wünsche nach aktiver Lebensgestaltung bis ins hohe Alter zum Ausdruck bringen: Es sind Wünsche nach informellen und gemeinschaftlichen Orten jenseits der eigenen vier Wände, nach einem Wohnumfeld, in dem die alltäglichen Dinge auch für ältere, nicht motorisierte Menschen leicht zu organisieren sind. Das alles gerne in einer gesunden Mischung von sozialer Gemeinschaft und Privatheit. Diese Menschen wollen mitgestalten und sich engagieren.
In der Leitstelle Älterwerden der Stadt Taunusstein beispielsweise haben sich durch eine von Haupt- und Ehrenamtlichen organisierte Veranstaltung zum Thema „gemeinschaftliches Wohnen" Menschen zusammengefunden, die ein gemeinschaftliches Wohnprojekt planen und durchführen möchten. Die Gruppe wird von einem Seniortrainer moderiert, der auch die Verbindung zur Stadtverwaltung herstellt (www.taunusstein.de, Stichwort Bürgerservice).
Seniorenbüros zeichnen sich auch durch ihre hohe Kompetenz im Bereich der kommunalen Vernetzung aus. Gerade beim Thema „Neues Wohnen im Alter" ist es wichtig, die unterschiedlichen Akteure vor Ort zusammenbringen, um die Umsetzung neuer Konzepte in Gang zu bringen. Genannt seien hier der Aufbau von „runden Tischen", die Mitarbeit in „Lernenden Netzwerkregionen" oder anderen Aktionsbündnissen, die das Thema „Wohnen und Bürgerengagement" fördern. Auch innerhalb der kommunalen Stadtverwaltungen können Seniorenbüros dazu beitragen, dass das Thema „Wohnen im Alter" als gemeinsames Thema von Altenhilfeplanung, Bauplanung und Förderung des Bürgerengagements verstanden und behandelt wird.
 

 
Praxisbeispiele
 
Ansprechpartner und weiterführende Informationen
  • Eine Selbstdarstellung von mehr als 1000 Initiativen, Gruppen und Einrichtungen, in denen ältere Menschen sich freiwillig engagieren und vielfältige praktische Beispiele ihrer Projekte finden Sie in diesem Informations- und Ideenpool für Initiativen älterer Menschen. www.senioren-initiativen.de
  • Gute Beispiele bürgerschaftlichen Engagements finden Sie mit Hilfe der Postleitzahl oder nach Stichworten unter: www.senioren-initiativen.de
  • Unter dem Stichwort „Angebotsfinder" finden Sie interessante Projekte, die Sie auch nach Postleitzahlen suchen können, auf der Seite: www.erfahrung-ist-zukunft.de
  • Eine Projektdatenbank der seniorTrainerinnen finden Sie auf der Seite: www.efi-deutschland.de
 
 
Veröffentlichungen
  • Zahlreiche Praxisbeispiele zu kommunalen Handlungsfeldern im Bereich Wohnen im Alter finden sich im Handlungsleitfaden für Kommunen, den die Bundesregierung unter dem Titel „Wohnen im Alter: Bewährte Wege - Neue Herausforderungen" herausgegeben hat. Er kann unter www.bmfsfj.de (Stichwort Publikationen) bestellt oder heruntergeladen werden.
 

 
Praxistipp
 
Ansprechpartner und weiterführende Informationen
  • Seniorenbüros sind Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstellen für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in der nachberuflichen und nachfamilialen Lebensphase. Seniorenbüros richten sich an Menschen im Alter von 50plus, die für sich und für andere aktiv werden möchten. Auch für vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschiedene oder jüngere Menschen können Seniorenbüros wichtige Treffpunkte sein und sinnvolle Aufgaben anbieten. Seniorenbüros sind Ansprechpartner für Seniorengruppen und Initiativen sowie für gemeinnützige Träger, die freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen. www.seniorenbueros.org
  • Das übergeordnete Ziel des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement ist die nachhaltige Förderung von Bürgergesellschaft und bürgerschaftlichem Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen. Hierzu ist es wichtig, dass Freiwilligenarbeit, Selbsthilfe und Ehrenamt einen höheren Stellenwert in Staat und Gesellschaft bekommen. Das BBE sieht Engagementförderung als eine gesellschaftspolitische Aufgabe an, die sich nicht auf einzelne Engagementfelder beschränkt, sondern sämtliche Gesellschafts- und Politikbereiche umfasst. www.b-b-e.de
  • Der Wegweiser Bürgergesellschaft bietet umfangreiche Informationen zum bürgerschaftlichen Engagement und zur Bürgerbeteiligung. Er knüpft an bereits vorhandene Informations- und Vernetzungsstrukturen an und hilft dabei, sich in der Vielfalt der Informationen zurechtzufinden. Der Wegweiser ergänzt das vorhandene Informationsangebot der Stiftung MITARBEIT. Unter dem Stichwort „Engagementförderung" erhalten Sie wertvolle Informationen. www.wegweiser-buergergesellschaft.de
  • Wer sich für ein politisches Engagement außerhalb von Parteien interessiert, kann sich in Seniorenvertretungen oder Seniorenbeiräten engagieren. Sie arbeiten im vorparlamentarischen Raum als Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und den Interessen der älteren Menschen auf kommunaler sowie Landes- und Bundesebene. www.bag-lsv.de
  • Wer eine neue Verantwortungsrolle sucht und sich freiwillig engagieren möchte, kann sich als seniorTrainerin ausbilden lassen und in dieser Funktion immer wieder aufs Neue Projekte auf der lokalen Ebene ins Rollen bringen. seniorTrainerinnen engagieren sich in allen gesellschaftlichen Bereichen und haben sich auf Bundesebene in einem Verband zusammengeschlossen. Mittlerweile gibt es weit mehr als 1000 seniorTrainerin, die über 4000 Projekte erfolgreich auf den Weg gebracht haben. www.efi-deutschland.de
  • Wo kann ich helfen, welches Projekt will ich unterstützen? Das Bürgernetz erleichtert den Einstieg ins bürgerschaftliche Engagement. Das Bürgernetz, das sind Nachrichten und Engagementbörsen im Internet, moderne Zugänge zu Zeitspenden, Geldspenden, Sachspenden. Und das Bürgernetz ist mehr als nur eine Website: Die Mitmachangebote dieses neuen Online-Netzes finden sich auf den Homepages vieler beteiligter Organisationen der Zivilgesellschaft. Diese Informationsseite präsentiert das Konzept des Bürgernetzes und lädt Initiativen, Vereine und Verbände zur Nutzung ein. www.das-buergernetz.de
  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V. tritt als Interessenvertretung der älteren Generationen in Deutschland vor allem dafür ein, dass jedem Menschen ein selbst bestimmtes Leben im Alter möglich ist und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Sie setzt sich dafür ein, dass auch alte Menschen die Chance haben, sich aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen und sich das im öffentlichen Meinungsbild über "die Alten" widerspiegelt. www.bagso.de
  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros berät Kommunen beim Aufbau von Seniorenbüros und der Aktivierung von bürgerschaftlichem Engagement. Sie hat zu diesem Zweck ein spezielles Konzept entwickelt und einen Beraterpool aufgebaut. Für weitere Informationen wenden Sie sich an: www.seniorenbueros.org
 
Veröffentlichungen
  • Der Bericht der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" des Deutschen Bundestages mit dem Titel „Bürgerschaftliches Engagement: auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft" kann als Bundestagsdrucksache 14/8900 vom 3. Juni 2002 unter http://dip.bundestag.de/btd/14/089/1408900.pdf heruntergeladen werden.
  • Der Bericht der Bundesregierung über „Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 - 2004" (2. Freiwilligensurvey) kann als Lang- oder als Kurzfassung heruntergeladen werden unter http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte,did=73430.html
  • Unter dem Titel „Standortfaktor Bürgerengagement - keine Angst vor dem demographischen Wandel" hat die Hessische Landesregierung ein Werkheft zum Demographie-Kongress am 25. April 2007 herausgegeben. Die Tagungsdokumentation kann unter www.gemeinsam-aktiv.de bestellt oder unter http://www.gemeinsam-aktiv.de/mm/Standortfaktor_Buergerengagement.pdf heruntergeladen werden.
  • Listen von Publikationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu den Themen „Ältere Menschen" und Freiwilliges Engagement" finden sich zum Bestellen und Herunterladen unter www.bmfsfj.de (Stichwort Publikationen).
 
 
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