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17.3.Projektgremien

Vor dem Hintergrund der strategischen Zielformulierung (Lenkungsgruppe) werden in den Projektgremien operationale Ziele und konkrete Maßnahmen entwickelt. I.d.R. handelt es sich um räumlich verortete Maßnahmen für bestimmte Wohngebiete in der Kommune.
Durch die Projektgremien werden folgende Analysen durchgeführt und Vereinbarungen getroffen:
  • Nachfrageanalyse inkl. einer Prognose (vgl. Kapitel 17.4)
  • Angebotsanalyse (vgl. Kapitel 17.4)
  • Analyse der Defizite und Mängel (vgl. Kapitel 17.4)
  • Vereinbarung von Veränderungszielen und Konzeptionen bezogen auf die ermittelten Defizite und Mängel
  • Festlegung von Zuständigkeiten bzw. verantwortlichen Personen
  • Vereinbarung und Initiierung von Arbeitsschritten, die erforderlich sind, um die gewünschten Ziele zu erreichen
Der Lenkungsgruppe werden konkrete Maßnahmen (Leuchtturmprojekte), die kurz- und mittelfristig etabliert werden können, vorgeschlagen.
 

17.4.Nachfrage- und Angebotsanalyse

Eine Analyse der Bevölkerungsentwicklung, insbesondere eine Prognose für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre, liefert die Basis für ein kommunales Gesamtkonzept. Je nach Größe der Kommune sollten Analyse und Prognose nach Stadtteilen (und evtl. noch weiter runtergebrochen) differenziert werden. Darüber hinaus ist eine Differenzierung nach Altersgruppen sowie nach deutschen und ausländischen Bürgerinnen und Bürgern (falls möglich auch Differenzierung nach Personen mit Migrationshintergrund) vorzunehmen. Der Fokus der Altersdifferenzierung liegt auf der Altersgruppe 50+.
Die Nachfrage nach verschiedenen öffentlichen Einrichtungen, Wohnungen, Hilfs- und Pflegeleistungen etc. ist stark altersabhängig. Im Ergebnis können mithilfe der Bevölkerungsprognose Aussagen zu folgenden Fragen getroffen werden:
  • Entwicklung der Pflegebedürftigenzahl
  • Vom Status quo ausgehend Quotierung der Entwicklung der Pflegebedürftigen nach Pflege zu Hause bzw. in stationären Einrichtungen
  • Nachfrageentwicklung nach verschiedenen Wohnformen für Ältere, differenziert nach Alter sowie deutschen und ausländischen Bürgerinnen und Bürgern, evtl. auch nach Migrationshintergrund (Quotierung vor dem Hintergrund des Status quo der Altersverteilung in den verschiedenen Einrichtungen).
  • Nachfrageentwicklung nach bevorzugten Wohngebieten in der jeweiligen Kommune (Zuwanderungs- und Abwanderungsanalysen, altersdifferenziert)
Mit den Ergebnissen der Bevölkerungsanalyse können verschiedene Szenarien aufgestellt werden. Neben dem Szenario „Weiter so" (Unterstellung der Status-quo-Bedingungen) sind alternative Szenarien im Hinblick auf Veränderungen der Angebotssituation darzustellen.
Im nächsten Schritt ist zu untersuchen, inwieweit die bestehenden und geplanten Angebote für Ältere in der Kommune der Nachfrage entsprechen und zu prüfen, ob es Defizite und Mängel gibt. Dies betrifft das Wohnangebot selbst als auch die Ausstattung und die wohnortnahen Dienstleistungen bis hin zur Pflege. Es geht um quantitative und qualitative Aspekte, wie z.B. Maß der Sicherheit im Bedarfsfall der zunehmenden Hilfs- bzw. Pflegebedürftigkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Angebotsanalyse muss entsprechend der unterschiedlichen Wohnformen differenziert werden:
  • Altengerechte Bestandsveränderungen
  • Betreutes Wohnen/Service-Wohnen
  • Wohnstifte/Seniorenresidenzen
  • Wohngemeinschaften
  • Haus-/Nachbarschaftsgemeinschaften
  • Stationäre Pflegeeinrichtungen
Es geht um einen flächendeckenden Gesamtüberblick, der je nach Größe der Kommune eine weitere Differenzierung nach Orts- bzw. Stadtteilen erforderlich macht. Bei der Angebotsanalyse sind auch Angebote im Umfeld der Kommune mit einzubeziehen. Nach der Zusammenfassung sind die einzelnen Angebote auf ihre Qualität hinsichtlich folgender Aspekte zu prüfen:
  • Standort und Wohnumfeld
  • Privates Wohnangebot und zusätzliche Gemeinschaftseinrichtungen
  • Konzeption (z.B. gesellschaftliches Zusammenleben, kulturelle Angebote, Sicherheit im Falle der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit)
  • Dienstleistungs- und Pflegeangebot
  • Selbsthilfestrukturen
  • Preise für Wohnungen und Dienstleistungen
  • Nachfragegruppen und Akzeptanz
  • Auslastung bzw. Leerstände
  • Eigentümer- und Trägerstruktur
Im Anschluss an die flächendeckende Prüfung sind einzelne Referenzprojekte (erfolgreiche Projekte bzw. solche mit Problemen) in Hinblick auf die Erfolgs- bzw. Misserfolgskriterien zu untersuchen. Aufgrund dieser Detailanalyse können Schlussfolgerungen für die Angebotssituation in der Kommune gezogen werden (heute und in Zukunft). Dabei sollten Angebotslücken und Mängel in Bezug auf Konzeption, Preissegment, Zielgruppen und Verteilung in der Kommune ermittelt werden.
 
Einzelne Arbeitsschritte (organisiert über Projektgremien und Lenkungsgruppe)
Die Kommune führt in Kooperation mit verschiedenen Akteuren und evtl. durch Unterstützung von Externen folgende Untersuchungsschritte durch:
  • Auswertung der amtlichen Statistik (Bevölkerungsentwicklung in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren, mit besonderem Fokus auf die Entwicklung der Älteren und Differenzierung nach verschiedenen Altersgruppen, z.B. 50- bis 60-Jährige, 60- bis 70-Jährige etc.)
  • Auswertung von Immobilienangeboten
  • Expertengespräche (z.B. mit Anbietern von Dienst- und Pflegeleistungen)
  • Vor-Ort-Erhebung bei allen Angeboten
  • Testbesuche
  • Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern der entsprechenden Wohnangebote
  • Befragung von Bewohnerinnen und Bewohnern im Einzugsbereich der verschiedenen Angebote
  • Flächendeckende Befragung (vgl. Kapitel 17.5) aller Bewohnerinnen und Bewohner der Kommune im Alter von 50 Jahren und älter (z.B. Umzugsabsicht, finanzielles Budget, Prüfung des Interesses für gemeinschaftliche Wohnformen)
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