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3. Übersicht über Wohnformen im Alter

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Dr. Marie-Therese Krings-Heckemeier, empirica

3.1. Pflegeeinrichtungen mit stationärer und Wohneinrichtungen mit ambulanter Pflege

Die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen haben sich seit Einführung der Pflegeversicherung grundlegend verändert. Entsprechend der Differenzierung nach dem Sozialgesetzbuch SGB XI wird heute zwischen Pflegeeinrichtungen mit stationärer Pflege (Heimvertrag) und Wohneinrichtungen mit ambulanter Pflege unterschieden (vgl. Kapitel 3.3). Bei den Letztgenannten gibt es sowohl Heim- als auch Mietverträge, wobei es sich zum Teil um Wohnangebote handelt, bei denen die Bewohner und Bewohnerinnen selbstnutzende Eigentümer und Eigentümerinnen sind. Quantitativ gesehen haben die Wohneinrichtungen mit ambulanter Pflege an Relevanz gewonnen (ca. 4.500 Einrichtungen im Vergleich zu 10.000 stationären Pflegeheimen, vgl. Abbildung 1). Bei den Pflegeeinrichtungen gibt es stationäre Pflegeeinrichtungen (voll-/teilstationäre Pflege) bzw. mehrgliedrige Pflegeeinrichtungen, bei denen sowohl ambulante Pflege als auch voll-/teilstationäre Pflege in getrennten Bereichen erbracht wird.
Abbildung 1: Nach Einführung der Pflegeversicherung strukturelle Veränderungen auf der Angebotsseite (Differenzierung nach SGB XI)

Quelle:empirica-Datenbank                                                                                                                         empirica
 
In Deutschland leben insgesamt rd. 16,3 Mio. Menschen im Alter von 65 Jahren und älter, etwa 2 Mio. sind pflegebedürftig. Der überwiegende Teil der Älteren, so auch die meisten Pflegebedürftigen, wohnen „zu Hause" (vgl. Abbildung 2). Nur 30% der Pflegebedürftigen leben in stationären Pflegeheimen. Die Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, werden überwiegend von nicht ausgebildeten Pflegekräften (i.d.R. Angehörige bzw. Angehörige in Kombination mit professionellen Pflegedienstleistern) versorgt.

Abbildung 2: Überblick über stationäre und ambulante Pflege

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2005                                                                                                     empirica

3.2. Private Wohnungen in Kombination mit Pflegeleistungen

Mehr als 90% der Älteren (65 Jahre und älter) leben in privaten Haushalten und etwa 5% in stationären Pflegeeinrichtungen. Rund 2-3% der Älteren wohnen in professionell gemanagten Wohneinrichtungen in Kombination mit Pflegeleistungen (vgl. Kapitel 3.3). Hierbei handelt es sich überwiegend auch um private Wohnungen (kein Heimvertrag). Eine weitere kleine Gruppe wohnt in Sonderwohnformen, z.B. Wohngemeinschaften für Demenzerkrankte (teilweise Heimverträge). Für die Pflegebedürftigen, die in privaten Haushalten, jedoch nicht in speziell für ältere Menschen konzipierten Wohneinrichtungen leben, gibt es verschiedene Arten der Versorgung für den Fall der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit.
 
Wohnen „zu Hause" und Organisation der Pflegedienstleistung durch Angehörige sowie Freunde und Freundinnen
Hierbei handelt es sich um die am weitesten verbreitete Wohnform. Zum Teil wird die Wohnung durch bauliche bzw. gestalterische Veränderungen der verringerten Mobilität der Bewohner und Bewohnerinnen angepasst (z.B. Haltegriffe im Bad, Beseitigung von Türschwellen). Im Fall der Pflegebedürftigkeit erhalten die Bewohner bzw. Bewohnerinnen Pflegegeld (vgl. Kapitel 3.4.1).
 
Wohnen „zu Hause" und Organisation der Pflege durch professionelle Dienstleister
Auch bei dieser Variante werden in den Wohnungen zum Teil bauliche Anpassungsmaßnahmen durchgeführt. Der Unterschied zu der oben genannten ersten Variante besteht nur darin, dass die Dienstleistungen von professionellen Dienstleistern erbracht werden bzw. in ergänzender Kombination mit informellen Dienstleistungen.
 
Wohnen „zu Hause" und Organisation der Pflege im Quartiersbezug
Verschiedene Wohnungseigentümer und -eigentümerinnen (Vermietung von Wohnungen) initiieren innovative Entwicklungen, um die älteren Bewohner und Bewohnerinnen in ihrem Bestand zu halten. So gibt es zum Beispiel Ansätze von Wohnungsunternehmen in Quartieren mit einem hohen Anteil älterer Menschen, bei denen ein „Pflegekern" in die Nachbarschaft integriert wird (z.B. in einer Etage eines Wohnhauses), der die gesamte Nachbarschaft versorgt.
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