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Übersicht über Wohnformen im Alter

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3.7. Prüfsteine zur Qualitätsbewertung professioneller Wohnangebote in Kombination mit Pflegeleistungen

Da einige der professionell gemanagten Wohnangebote für ältere Menschen Defizite aufweisen, sollte man vor einer Entscheidung die Qualität der Angebote prüfen. Die folgenden zehn Qualitätskriterien sollen sowohl bei Miete als auch Kauf Orientierungshilfe zur bedarfsgerechten Bewertung und Auswahl geben. Diese Kriterien können von Seiten der Anbieter (Wohnungswirtschaft) als Hilfe zur baulichen und konzeptionell bedarfsgerechten Projektgestaltung eingesetzt werden und den Kommunen zur Prüfung der Qualität von geplanten Konzeptionen dienen.
Die Qualitätsprüfsteine beinhalten Qualitätsanforderungen, die für unterschiedliche Interessentengruppen unterschiedliches Gewicht haben. Beispielsweise sind die mit dem Prüfsegment „Informelle Hilfen" verbundenen Anforderungen für manche Interessenten irrelevant. Von daher sollten Sie die aufgelisteten Qualitätsanforderungen zunächst individuell daraufhin überprüfen, ob Sie von Ihrer Seite als „sehr wichtig" oder als „wichtig" bzw. „nicht wichtig" einzustufen sind. In einem zweiten Schritt werden die Angebote entsprechend der gewünschten Qualitätsstandards geprüft.

 
Check: Professionelle Wohnangebote in Verbindung mit Pflegeleistungen
 
1.      Wohnlage
  • Sind die Angebote für den alltäglichen Bedarf (Lebensmittel, frisches Gemüse und Obst, Bäcker, Metzgerei, Zeitschriften etc.) fußläufig erreichbar?
  • Gibt es Freizeit- und Erholungsangebote in der Nähe? Sind sie gut erreichbar?
  • Kann der Einkauf für den nicht alltäglichen Bedarf (Markt, Bioladen/Reformhaus, Kleidung, Haushalts-/Schreibwaren, Buch-/ Musikgeschäft) gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt werden?
  • Sind Dienstleistungen wie z.B. Friseur, Reinigung, Post, Apotheke, Bank, Ämter, Fach-/Ärzte, Krankengymnastik bzw. Ergotherapie, Massage etc. gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?
  • Sind Cafés, Restaurants, Gaststätten fußläufig in etwa 20 Minuten zu erreichen?
2.      Wohnumfeld und Erschließung
  • Sind die Zugänglichkeit zur Wohnung und das Wohnumfeld so gestaltet, dass man auch mit eingeschränkter körperlicher Mobilität eigenständig leben kann?
  • Sind wichtige Aufenthaltsbereiche und Verbindungswege von allen Seiten einsehbar und gut beleuchtet?
  • Gibt es störende Nutzungen im Wohnumfeld (Ausfallstraße, Bahngleise, Nachtclub etc.)?
3.      Wohnsituation
  • Ist der Privatbereich (eine abgetrennte Wohnung, bei Wohngemeinschaften für Schwerstpflegebedürftige ein Zimmer) so gestaltet und ausgestattet, dass man über einen hohen Grad an Privatheit verfügt?
  • Ist die Wohnung so gestaltet und ausgestattet (Größe, Bewegungsfläche, Art der Fußbodenbeläge), dass man möglichst ohne fremde Hilfe auskommen kann (auch mit Gehilfe)?
  • Gibt es geeignete Bade- und Duschmöglichkeiten, so dass man auch mit erheblichen körperlichen Einschränkungen alleine zurecht kommt?
  • Ist eine individuelle Freifläche (Balkon bzw. Terrasse) vorhanden? Ist diese Fläche so groß, dass man hier mit mindestens zwei Personen essen kann? Gibt es eine Verschattungsmöglichkeit? Inwieweit ist Wind- und Regenschutz (z.B. durch teilweise versetzte Balkone) gegeben?
  • Gibt es private Abstellräume?
4.      Gesellschaftliches Leben
  • Gibt es einen großzügig gestalteten Eingangsbereich mit Briefkästen und Abstellmöglichkeiten für den Einkauf?
  • Sind die räumlichen und personellen Rahmenbedingungen so gestaltet, dass die Bewohnerinnen und Bewohner frei wählen können, ob und zu wem sie Kontakte knüpfen, aufrechterhalten oder intensivieren möchten?
  • Inwieweit gibt es unverbindliche, frei wählbare Angebote?
5.      Informelle Hilfen
  • Ist Nachbarschaftshilfe eingeplant?
  • Besteht im Falle von Krankheit oder im Notfall die Möglichkeit, sich auf Nachbarn verlassen zu können?
6.      Dienstleistungsangebote
  • Sind organisatorische und personelle Rahmenbedingungen so geschaffen, dass man auf Grund- und Wahlleistungen zurückgreifen kann? Sind solche Wahlleistungen dauerhaft garantiert?
  • Entspricht das Angebotsspektrum den eigenen Bedürfnissen?
7.      Pflegeangebote
  • Gibt es eine dauerhaft zuverlässige Bereitstellung und/oder Vermittlung von Pflegeleistungen?
  • Ist die Versorgungssicherheit durch organisatorische und personelle Rahmenbedingungen gewährleistet, so dass vorübergehend kranke und dauerhaft pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner jederzeit fachlich qualifizierte, von Kranken- oder Pflegekassen bzw. Sozialhilfeträgern anerkannte Pflegeleistungen in ihren Wohnungen erhalten können?
  • Ist garantiert, dass krankheits- bzw. pflegebedingte vorübergehende und dauerhafte Umzüge nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Bewohnerinnen und Bewohner erfolgen?
  • Ist die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Anbietern der Pflege uneingeschränkt?
  • Gibt es bei den Pflegeanbietern Versorgungs- bzw. Vergütungsverträge mit Pflegekassen?
8.      Vertragsgestaltung
  • Gibt es eine vertragliche Regelung, die den Bewohnern und Bewohnerinnen und Bewohnerinnen autonome, selbstbestimmte Wohn- und Lebensformen garantieren?
  • Sind die Verträge so geregelt, dass eine uneingeschränkte Wahlfreiheit bei der Inanspruchnahme von Service- und Pflegeangeboten sowie Mitwirkungsrechten garantiert ist?
  • Ist in dem Fall von Service- bzw. Betreuungsvertrag eine Versorgungssicherheit durch Anbieterverpflichtung gegeben?
  • Sind Grund- und Wahlleistungen klar voneinander getrennt?
  • Gibt es eine detaillierte Beschreibung des Leistungsumfangs?
9.      Informationen und Beratung
  • Gibt es eine schriftliche Beschreibung des Angebotskonzeptes?
  • Gibt es persönliche Besichtigungstermine?
  • Gibt es fachkompetente Befragungen, z.B. zum Thema Gesundheit, Pflege, etc.?
10.  Preise
  • Gibt es eine Preis- und Leistungsübersicht?
  • Gibt es ein vollständiges Verzeichnis aller Preise für verschiedene Dienstleistungen, die man abrufen kann?
  • Gibt es eine detaillierte Aufschlüsselung der Entgelte für alle Einzelleistungen?
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